Es grünt und blüht auf der Steinbruchsohle

Die 2014 gestartete Rekultivierung in den ausgedienten Flächen im Kalksteinbruch auf dem Plettenberg ist deutlich sichtbar. Sowohl in den Abbauböschungen als auch auf der ausgedienten Bruchsohle grünt und blüht es. Der Wacholder macht sich breit. Vor allem jetzt, im Juni und Juli, blühen viele Pflanzen wie beispielsweise das kleine Mähdesüß, der Thymian, das Taubenkopf-Leimkraut, das blasse Knabenkraut und vieles mehr. Die 1000 gepflanzten Gehölze in den Abbauböschungen treiben aus, der geplante Hangwald nimmt Gestalt an. In den kleinen Feuchtbiotopen wuseln hunderte von kleinen Fröschen, Kröten und Molchen. Überzeugen Sie sich selbst und werfen Sie einen Blick auf die Fotos.

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Biodiversität heißt Artenvielfalt
Renaturierung im Einklang mit der Natur

Steinbrüche sind wertvolle Refugien für viele Tier- und Pflanzenarten und nach ihrer Nutzung siedeln sich seltene Tiere und Pflanzen an. Neben dem laufenden Betrieb auf dem Plettenberg werden seit 2014 rund 7,1 Hektar Steinbruchfläche rekultiviert. 5,4 Hektar Wacholderheide und 1,7 Hektar Hangwald werden den Steinbruch in Beschlag nehmen.

Hangwald, Wacholderheide und kleine Feuchtbiotope

Die Rekultivierung im Kalksteinbruch auf dem Plettenberg findet in den Bereichen statt, wo die Kalksteinreserven vollständig abgebaut sind. Die Rekultivierungsplanung sieht für die Abbauböschungen die Anlage eines Hangwaldes vor. Aber auch Schuttbereiche und Felsnasen sollen erhalten bleiben. Die Abbau-Böschungen wurden bereits 2014 mit Steinbruchmaterial angeschüttet, um eine Böschung von ca. 45° herzustellen. Partiell wurde danach Boden in die Böschung eingebracht. Nach dem sich das in die Hänge geschüttete Material im Winter gesetzt hat, wurden im Frühjahr 2015 mit der Anlage des Hangwaldes begonnen. Hierfür wurden 1.000 Einzelbäume in die humusreicheren Bereiche des Hanges gesetzt.

Noch sind diese Bäume erst ca. einen halben Meter hoch. Stolz sind wir jedoch auf den Anwachserfolg – nahezu alle Setzlinge sind angegangen und treiben erfolgreich aus.

Für die Abbau-Sole des Plettenberges ist eine Wacholderheide vorgesehen. Der naturschutzfachliche Wert wird zusätzlich durch einzelne Feuchtbiotope ergänzt. Auch diese Maßnahme wurde bereits 2014 begonnen und wird 2015 abgeschlossen.Zunächst wird eine ca. 50 cm hohe Drainageschicht aus Schotter hergestellt. Nach der Schotterschicht werden drei Möglichkeiten für die Anlage einer Wacholderheide angewandt. 2014 wurde Boden mit samt der Grasnabe von der noch nicht abgebauten Fläche des Plettenberges direkt auf die Schotterschicht verteilt. Diese Methode hat den Vorteil, dass viele Pflanzen direkt auf der neuen Fläche weiter wachsen und somit ein schneller Erfolg sichergestellt ist.

Dieses Jahr werden zwei weitere Verfahren angewandt. Beim ersten wird die Grasnabe zunächst aufgefräßt und anschließend als lockerer schüttfähiger Boden auf die Rekultivierungsfläche gebracht. Als drittes Verfahren wird nur Mähgut gewonnen und auf der Schotterschicht verteilt. Dadurch entsteht ein sehr nährstoffarmer Boden auf dem sich jedoch einige Pflanzenspezialisten sehr wohl fühlen.

Auf der 2014 angelegten Heidefläche beginnt bereits in diesem Jahr die Beweidung mit Schafen.

Rekultivierung bietet viele Möglichkeiten

Gruppenaufnahme Exkursion Schelklingen:
In einem sowohl aktiven als auch gleichzeitig rekultivierten Kalksteinbruch in Schelklingen machten sich die interessierten Exkursionsteilnehmer ein Bild davon, wie Rekultivierung aussehen kann. Landschaftsplaner Ulrich Tränkle (rechts) erklärte anschaulich, was am Plettenberg ebenfalls machbar wäre und was nicht.

Steinbrüche sind wertvolle Refugien für viele Tier- und Pflanzenarten und nach ihrer Nutzung siedeln sich seltene Tiere und Pflanzen an. Neben dem laufenden Betrieb auf dem Plettenberg werden seit 2014 rund 7,1 Hektar Steinbruchfläche rekultiviert. 5,4 Hektar Wacholderheide und 1,7 Hektar Hangwald werden den Steinbruch in Beschlag nehmen.

Natürlich braucht alles seine Zeit – bis die Wacholderheide als solche zu erkennen ist, vergehen etwa fünf bis sechs Jahre. „Das geht relativ schnell – länger dauert es beim Hangwald, der rund zwanzig bis dreißig Jahre Entwicklungszeit braucht“, erklärt Ulrich Tränkle. Holcim stützt sich bei der Rekultivierung auf den großen Erfahrungsschatz des renommierten Planungsbüros Tränkle aus Blaubeuren.

Im September 2014 hat Holcim die Bürgermeister und Gemeinderäte aus Hausen am Tann, Ratshausen, Dotternhausen und Schömberg eingeladen, sich in einem ehemaligen Kalksteinbruch in Schelklingen umzuschauen. Planer Ulrich Tränkle zeigte dort den interessierten Teilnehmern, was entstehen kann und wie die Vegetation im Laufe der Zeit Form annimmt. Vom Hangwald bis zur Rinderweide gibt die Rekultivierung in Schelklingen anschauliche Beispiele, wie wertvolle neue Naturräume entstehen.

Die Rekultivierungsplanung sieht auf der Sole die Anlage einer Wacholderheide vor, wie sie bereits vor dem Abbau auf der Plettenberghochfläche bestanden hat. Mit dem Anlegen einer Teilfläche von ca. 5 ha wurde im Sommer 2014 begonnen. Für die Böschungen ist vorgesehen, diese in einem Winkel von etwa 45° anzulegen, wobei sich steilere gewachsene Felsnasen mit geschütteten flacheren Bereichen, welche teilweise mit Humus angereichert werden, abwechseln. In die Hänge werden Bäume und Büsche eingebracht. So sollen Hänge entstehen, welche für den Albtrauf typisch sind und auch an den Außenseiten des Plettenberges bestehen.

„Holcim rekultiviert so, wie es der Naturschutz, die Bürger, die Genehmigungsbehörde entscheiden – wir moderieren die Gespräche, versuchen Interessen zusammenzuführen und orientieren uns an diesen Vorgaben“, betont Werksleiter Dieter Schillo. Ein Anfang ist gemacht – die 7,1 Hektar im Nordfeld werden bald sichtbar grün sein. Andreas Junginger sieht darin noch einen weiteren Nutzen: „Wenn die Steinbruchskulisse Richtung Hausen am Tann geöffnet wird, dann sieht man von außen nicht auf eine „nackte Bruchwand“, sondern der Blick wird direkt auf dieses rekultivierte Teilstück fallen.“

Rekultivierung Plettenberg 2014 – 2015

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Ziel der Wacholderheide

Ziel der Hangwaldentwicklung

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Da die Rohstoffgewinnung die Grundlage unseres Wirtschaftens bildet, spielen Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte innerhalb unseres Unternehmens eine zentrale Rolle. Es gehört zu unseren grundlegenden Anliegen, Umweltschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg miteinander in Einklang zu bringen.

Wir sind uns bewusst, dass der Abbau mineralischer Rohstoffe mit einem nachhaltigen Eingriff in den Landschaftshaushalt verbunden ist. Daher hat der mittel- oder langfristige Ausgleich oberste Priorität. Durch technische Innovationen und eine kontinuierliche Einbeziehung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse versuchen wir, mit der Produktion einhergehende Umweltwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. So tragen beispielsweise bei der Kies und Betonproduktion geschlossene Kreisläufe in besonderem Maße zum Schutz und zur Schonung der Ressource Wasser bei. Unsere Abbaustätten werden nach Beendigung der Rohstoffgewinnung vollständig rekultiviert und renaturiert an die Landwirtschaft, die Bevölkerung beziehungsweise die Natur zurückgegeben.

Volkswirtschaftliche Bedeutung mineralischer Rohstoffe

Mineralische Rohstoffe und die daraus gewonnenen Produkte sind für die Industrie und unsere Gesellschaft unverzichtbar und aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Vor allem für den Erhalt sowie die Optimierung der Wirtschafts- und Infrastruktur sind sie von besonderer Bedeutung. Neben ihrer Verwendung im Hoch- und Verkehrswegebau gibt es weitere, vielfältige Einsatzbereiche, wie beispielsweise bei der Glas- und Keramikherstellung. Ein geordneter, ressourcen- und umweltschonender Rohstoffabbau im Dienste der Rohstoffversorgung unseres Landes ist somit eine wesentliche Voraussetzung zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und unseres gesellschaftlichen Wohlstandes. Holcim hat es sich zum obersten Ziel gesetzt, Umweltschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung miteinander in Einklang zu bringen.

Unser Beitrag zum Arten- und Biotopschutz

Viele unserer derzeitig betriebenen sowie ehemaligen Abbaustätten dienen als wichtige Lebensräume für zahlreiche heute bedrohte und stark im Rückgang befindliche Tier- und Pflanzenarten.

Vor allem die hohe Dichte unterschiedlicher Teillebensräume, die besonders große standortliche- und strukturelle Vielfalt, das Vorhandensein von Magerstandorten, die hohe Dynamik und das geringe Störungspotenzial machen sie zu bedeutenden Rückzugsräumen für viele seltene Spezies. Nicht zuletzt als Ersatzlebensraum für viele bedrohte Tiere und Pflanzen in einer an Arten immer ärmer werdenden Landschaft gewinnen sie aus Sicht des Naturschutzes an immer größer werdender Bedeutung. Dies gilt in erster Linie für Arten, zu deren ursprünglichem Lebensraum die Überflutungsbereiche der Fluss- und Bachauen zählen. Derartige Standorte einer wilden Flusslandschaft sind heute aufgrund des Eingriffs des Menschen in die natürliche Fließdynamik der Gewässer kaum noch vorhanden. Durch den Betrieb unserer Abbaustätten wird diese heute natürlicherweise kaum noch vorhandene hohe standörtliche Dynamik simuliert. Durch eine umweltschonende und nachhaltig betriebene Rohstoffgewinnung leisten wir einen maßgeblichen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität unserer Landschaft.

Kieswerk Rheinzabern

Welchen Stellenwert Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt in der ökologischen Zukunftsplanung unserer Unternehmens besitzen zeigt sich nicht zuletzt in der Ende 2011 beschlossenen Teilnahme am Projekt „Abbaubetriebe und Amphibienschutz“.

Hierbei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Industrieverband Steine und Erden (VSE), der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. (GNOR) sowie der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Im Rahmen dieses 2009 gestarteten Projektes sollen vor allem gefährdete Pionierarten wie beispielsweise die Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Wechselkröte und Gelbbauchunke durch einen natur- und umweltschonenden Betriebsablauf sowie durch die Umsetzung biotopgestaltender Maßnahmen gefördert werden. Zu diesem Zweck wird innerhalb unserer Abbaustätte in Rheinzabern, in Zusammenarbeit mit der GNOR, ein zeitlich wechselndes System bestehend aus für den Amphibienschutz optimal gestalteten Biotopflächen geschaffen. Hierzu zählen zum Beispiel offene, vegetationsarme, sonnenexponierte Flächen mit flachen Klein- und Kleinstgewässern und grabbaren Böschungen. Mit der Teilnahme an diesem Projekt leistet Holcim einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Gleichzeitig wird deutlich, dass ein verantwortungsvoller, nachhaltiger Rohstoffabbau Synergien zwischen wirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Interessen schafft.

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Ehemalige Kiesgrube Grenzach-Wyhlen

Im Jahr 2006 konnte das Gelände der ehemaligen Kiesgrube in Grenzach-Wyhlen vollständig rekultiviert bzw. renaturiert durch die Holcim Kies und Beton GmbH an die Grundeigentümer sowie den Naturschutz zurückgegeben werden. In Zusammenarbeit mit Vertretern aus Umwelt- und Naturschutzverbänden, Behörden, und Gemeinden wurde ein umfangreiches Folgenutzungskonzept gestaltet, dass insbesondere den Ansprüchen des Arten und Biotopschutzes gerecht wird.

So konnte bereits in den 90er Jahren im südöstlichen Bereich der ehemaligen Kiesgrube auf einer Fläche von ca. 3,4 ha ein größerer Biotopkomplex in Form eines Feuchtbiotops angelegt werden. Dieser Bereich ist im Wesentlichen gekennzeichnet durch den kleinräumigen Wechsel von Extremstandorten wie Kleingewässern, offenen Kiesflächen und Sukzessionsflächen und somit aus Sicht des Artenschutzes von besonderem Interesse. Als Ausgleich für den Eingriff des Kiesabbaus in die Hochrheinlandschaft konnten auf diese Weise wertvolle Sekundärbiotope für seltene Tier- und Pflanzenarten der Flussauen geschaffen werden. Auf Seiten der Avifauna sind es besonders Arten wie der Flussregenpfeifer, die Uferschwalbe sowie der Flussuferläufer, die von derartigen Teillebensräumen profitieren. Neben zahlreichen anderen Artengruppen ist dieser geschaffene Lebensraum vor allem für Amphibien wie beispielsweise die Gelbbauchunke, die Wechselkröte, die seltene Kreuzkröte sowie der Kammmolch von großer Bedeutung.
Im Anschluss an diese Fläche entstand im Nordosten auf einer ca. 4,5 ha großen Fläche ein Geotop mit mehreren größeren offenen Kiesflächen, die aufgrund ihrer Nährstoffarmut und ausgesprochen trockenen Beschaffenheit zahlreichen seltenen, spezialisierten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. Anhand des im Nordosten angelegten und durch Wege mit Schautafeln zugänglich gemachten Geotops lassen sich auf sehr interessante und anschauliche Weise die Spuren der letzten Eiszeit und den extremen Klimaereignissen an deren Ende nachvollziehen.
Der restliche Teil der Grube wurden im Zuge der Rekultivierung zum überwiegenden Teil (ca.18 ha) wieder gemäß der Vornutzung in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt und fügt sich heute wieder ansprechend ins umgebende Landschaftsbild ein.
Durch die andauernden Bemühungen von Holcim, einem nicht unerheblichen Ressourceneinsatz und die fruchtbare Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessensvertretern konnte auf dem Gebiet der ehemaligen Kiesgrube Grenzach-Wyhlen ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume mit einem hohen naturschutzfachlichen Wert geschaffen werden. Als Natur- und Naherholungsgebiet trägt es wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden bei. Das Gebiet im Bereich der ehemalige Kiesgrube Wyhlen zeigt beispielhaft, wie sich sowohl soziale, ökonomische als auch naturschutzfachliche Ansprüche an die Folgenutzung miteinander in Einklang bringen lassen.

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Steinbruch Kleinkems

Auch der ehemalige Kalksteinbruch Kleinkems zeigt, welche Bedeutung unserer ehemaligen Abbaustätten für den Naturschutz haben. Auf dem früheren Steinbruchgelände konnte sich im Laufe der Zeit eine ökologisch äußerst wertvolle Fläche, bestehend aus unterschiedlichsten Biotoptypen, entwickeln.

Diese wird maßgeblich geprägt durch den kleinflächigen Wechsel von Trocken- und Magerrasenflächen, offenen Felsbildungen und Schotterflächen, Gehölzbeständen, Kleingewässern und Schilfarealen. Wie im Rahmen einer Bestandsaufnahme festgestellt, beherbergen diese zahlreiche schützenswerte Populationen gefährdeter Reptilien- und Amphibienarten wie beispielsweise der Zauneidechse, der Ringelnatter sowie der Gelbbauchunke und der Kreuzkröte. Im Zuge der seit 2006 durch Holcim eingeleiteten Renaturierungsmaßnahmen werden die bereits bestehenden Trocken- und Feuchtstandorte durch biotopgestaltende Maßnahmen erweitert und sinnvoll ergänzt. Diese ermöglichen dem gesamten Areal weitere interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Durch eine ökologische Baubegleitung während der Renaturierungsphase wird der Fortbestand der bestehenden Pflanzen- und Tierpopulationen sichergestellt.

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Abbaugebiete im Einklang mit Natur und Landschaft

Broschüre -Rekultivierung Steinbruch Musital-

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