Vorbereitungen für den Schieferbruchsumzug ins Ostfeld

Dormettingen. Mit dem Beginn der Vorbereitungsarbeiten für den Umzug des Schiefer-bruchs von der einen Seite der Kreisstraße K7129 auf die andere, hat der Schieferabbau einen Meilenstein erreicht.

Im Zeitraum von 2017 – 2021 werden im „Abschnitt 5“ circa 2,5 Millionen Tonnen Ölschiefer abgebaut. Dieses Feld grenzt am nächsten an die Gemeinde Dormettingen an. Danach, von 2021 bis 2024 baut Holcim im östlichsten Teil ab und arbeitet sich dann anschließend parallel wieder in Richtung Straße.

Mit dem neuen Steinbruch-Aufschluß im sogenannten Schiefer-Ostfeld werden dem Zementwerk rund 30 Jahre Ölschiefer zur Verfügung stehen. Die Untertunnelung ist abgeschlossen – in zwei unterirdischen Röhren werden künftig für das Zementwerk das Förderband und Zugangswege verlaufen. Die Zuwege zu Grundstücken, Rad- und Spazierwege werden umgelegt, um den Zugang zu gewährleisten.

Zwei Unterführungen machen den Weg unter der Straße hindurch möglich: Es wird eine große, 8,6 Meter breite Röhre für Großfahrzeuge geben und eine kleinere 4 Meter breite für das Förderband und den Personenverkehr. Die Röhren sind 40 Meter lang.

Sehr sorgfältig wird die Gebietsentwässerung geplant. Es liegt ein detailliertes Gutachten und Entwässerungskonzept von Breinlinger Ingenieure vor. Andreas Junginger erläutert: „Das Oberflächenwasser wird in einem Wasserbecken am Ostende des Abbaufeldes im Bereich „Schwärze/Lange Graben“ gesammelt und dann kontrolliert in den Riedbach eingeleitet.“

Die Untertunnelung ist abgeschlossen – in zwei unterirdischen Röhren werden künftig für das Zementwerk die Zugangswege verlaufen.

Nach wie vor ist der Ölschiefer für uns Schlüssel Nummer eins zum Erfolg“, so Werksleiter Dieter Schillo. „Wir sind alle stolz auf diesen besonderen Rohstoff, der uns immer wieder herausfordert und uns eine besondere Prozess-, Energie und Marktsituation beschert. Ölschiefer prägt das Zementwerk Dotternhausen genauso wie die ganze Region.“

Deponieraum für „3-D-Gemeinden“ offenhalten

Seit 2001 – solange existiert der Schieferbruch nördlich von Dormettingen schon – wird im sogenannten wandernden Abbauverfahren gearbeitet.

Das bedeutet, dass kaum mehr als 10 ha Fläche offen sind, die Rekultivierung erfolgt kontinuierlich. Andreas Junginger: „Früher war das anders. Da wurden die Flächen ewig offen gelassen. Was dazu geführt hat, dass wir beispielsweise zwischen Zementwerk und der Zufahrt zum SchieferErlebnis alleine im Jahr 2013 insgesamt ca. 220 000 Tonnen und in 2014 ca. 120 000 Tonnen Erdaushub aufgefüllt haben. Das war schon eine Meisterleistung.“ Mit Blick darauf, dass Erddeponieraum knapp ist und die „3-D-Gemeinden“ auf eine Erddeponie angewiesen sind, wird die Verfüllung offener Bruchflächen momentan so gesteuert, dass genügend Deponieraum den Standortgemeinden zur Verfügung steht, bis der neue Bruch endgültig aufgeschlossen und fortgeschritten ist.

Übersicht: Aufschluss und Reserven

Der Mensch ist sehr empfindlich für Erschütterungen

Der Sprengmeister bläst ins Horn und gibt seine Warnsignale. Zweimal hupt es schnell hintereinander – dann drückt er den Knopf. Blitzschnell fällt die Wand auf rund 20 Metern Länge in sich zusammen. Man hört die Steinbrocken fallen, die Staubwolke löst sich schnell auf. Szenenwechsel.

In Dautmergen, Dormettingen (Sprengung im Ölschieferbruch); Dotternhausen, Ratshausen oder Hausen am Tann (Sprengung im Kalksteinbruch) ist die Sprengung nicht zu sehen – vielleicht nicht mal zu hören. Aber zu spüren. Ein leichtes Vibrieren, kurzes Zittern oder gar ein Klirren der Gläser im Schrank – die Auswirkungen sind nicht immer und überall gleich. Dr. Jürgen Wieck ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Sprengimissionen und Erschütterungen und erklärt: „Bei Sprengungen wird die Schwinggeschwindigkeit in mm/s gemessen. Dazu stellen wir in einem Haus im Kellergeschoss und im Obergeschoss je ein hochsensibles Messgerät auf. Die DIN 4150 „Erschütterungen im Bauwesen“ gibt Anhaltswerte für Gebäude vor. Wenn diese eingehalten werden, so ist davon auszugehen, dass durch diese Erschütterungen keine erheblichen Belästigungen von Bewohnern in Gebäuden auftreten und keine Gebäudeschäden verursacht werden.“

Dr. Wieck: „Im Fundament eines Gebäudes wird gemessen, was die Sprengung bringt – im Obergeschoss wird gemessen, was das Gebäude daraus macht. Man muss wissen, dass der Mensch sehr empfindlich für Erschütterungen ist. Die „Fühlbarkeitsschwelle“ liegt bei 0,2 mm/s – ab hier kann der Mensch etwas spüren. Doch das heißt nicht, dass die Sprengung zu heftig war. Eine Sprengung kann Gegenstände zum Zittern bringen, sie darf aber nichts zerstören.“

Holcim nimmt die Sorgen der Bürger ernst und passt die Stärke der Sprengungen an. In Dautmergen wurde von Januar bis August 2014 von einem externen Gutachter regelmäßig gemessen. In Hausen am Tann steht permanent ein Meßgerät, in Ratshausen wurde zweimal gemessen. Auch bei wiederholten Messungen liegen die Ergebnisse deutlich unter den normalen und sogar deutlich unter den Anhaltswerten für denkmalgeschützte Häuser.